Seite: Die Kaninchenseuchen: RHD/RHD2 und Myxomatose

Die Kaninchenseuchen: RHD/RHD2 und Myxomatose


Chinaseuche/RHD (Rabbit haemorrhagic disease)
Bei RHD handelt es sich um eine hämorrhagische (blutende) Viruserkrankung, die nur Kaninchen befällt. Blutungen treten in den Atemwegen, im Magen, sowie im Darm und Harnorgangen auf. Die Folge sind Atemnot und Blut in den Ausscheidungen. Bei der Ansteckung spielen Rasse und Geschlecht keine Rolle. In den meisten Fällen führt die Erkrankung an RHD bei dem Tier zum Tode. Eine Ansteckung kann mit einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Die Infektion kann über einen direkten Kontakt mit dem Erreger, einem infizierten Tier oder Gegenständen die mit dem Virus in Kontakt waren, sowie auch über Insekten und Fliegen erfolgen. Es sind deshalb nicht nur die Tiere gefährdet, die im Außengehege leben, sondern auch Kaninchen, die in der Wohnung gehalten werden. Vor einer Ansteckung mit RHD kann eine Impfung schützen. Wichtig ist auch, dass man sich von kranken Wildkaninchen fern hält, um sich nicht als möglicher Erregerüberträger zu dienen.
Weitere Infos über RHD findet ihr bei IDT:
IDT-RHD

Mutierte Form des RHD Virus: RHD2
Diese neue Form des RHD-Virus trat erstmals 2010 in Frankreich auf. 2014 wurden erste Fälle in Deutschland bekannt. Mittlerweile hat sich der Virus in ganz Deutschland verbreitet und war hier für ein regelrechtes Massensterben verantwortlich. Die herkömmlichen Impfungen schützen nicht oder nur wenig gegen RHD2. Der Einzelimpfstoff Cunivak RHD baut angeblich eine Kreuzimmunität gegen den RHD2-Virus auf, wenn man ihn im Abstand von 3 bis 4 Wochen nachimpft. Jedoch sterben viele Kaninchen trotz dieser Impfung. Die einzig zuverlässigen Impfstoffe sind ERAVAC (bzw. Cunipravac) und Filavac. ERAVAC ist in Deutschland seit September 2016 offiziell zugelassen, Filavac (VHD K C+V) ebenfalls seit Anfang 2017.

Der Impfstoff ERAVAC muss nach 6 Wochen nachgeimpft werden, um den vollen Impfschutz aufzubauen, zudem schützt er nur vor RHD2. Der Impfstoff Filavac (VHD K C+V) muss nur einmalig geimpft werden und schützt gegen RHD1 und RHD2. Eine Wiederholungsimpfung wird bei beiden Impfstoffen je nach Gebiet alle 6 bis 12 Monate fällig.


Myxomatose (Kaninchenpest)
Die Myxomatosevieren gehören zu den Pockenviren. Die Ansteckung erfolgt am Häufigsten durch stechende Insekten und Flöhe. Der Virus kann aber auch durch einen direkten Kontakt zu einem infizierten Tier und durch Schleimhautkontakt übertragen werden. In seltenen Fällen können auch Feldhasen an der Myxomatose erkranken, in der Regel sind Wild- und Hauskaninchen davon betroffen. In manchen Regionen wird der Myxomatoseerreger absichtlich zur Kontrolle der Wildkaninchenbestände eingesetzt.
Bei erkrankten Tieren treten die ersten Symptome etwa nach drei bis neun Tagen auf. Zu den Symptomen gehören Apathie und Fressunlust. Bei einem akuteren Verlauf der Erkrankung treten bereits Schwellungen oder Entzündungen im Bereich der Augenlieder, der Ohren, dem Genitalbereich, sowie des Mundes und den Lippen auf. In den meisten Fällen endet das für die Tiere nach ca. 14 Tagen mit dem Tod. Bei einem milderen Verlauf treten vermehrt Pusteln auf. In Einzelfällen kann das Tier geheilt werden, manche Tiere erholen sich vollständig, den Seuchenerreger der Myxomatose tragen sie jedoch weiterhin in sich. Auch vor Myxomatose kann eine Impfung schützen.
Weitere Infos über Myxomatose findet ihr bei IDT:
IDT- Myxomatose


Die IDT Biologica GmbH veröffentlicht jährlich eine Seuchenkarte, mit den gemeldeten Infizierungen in Deutschland. Hier sind allerdings nur die gemeldeten Fälle vermerkt.
Dennoch gibt sie Hinweis auf die größeren Seuchengebiete.
Seuchengebiete von IDT

Laut IDT liegen für 2018 noch keine Karten vor, aber auch die vorhandenen sind sehr hilfreich!


Die Schutzimpfung
Um Kaninchen vor den weit verbreiteten, gefährlichen und zumeist auch tödlich verlaufenden Viruserkrankungen zu schützen, müssen sie regelmäßig gegen Myxomatose und RHD geimpft werden. Die Übertragungswege von RHD und Myxomatose sind vielfältig und reichen von der Übertragung durch Insekten wie Mücken, Milben oder Zecken bis hin zur Übertragung durch verseuchtes Futter, Fliegen oder Kontakt zu erkrankten Kaninchen, wobei der Mensch hier Überträger sein kann. Der Impfschutz für RHD und Myxo sollte das ganze Jahr über aufrecht erhalten werden und auch Wohnungskaninchen sollten unbedingt geimpft werden, denn Mücken oder verseuchtes Futter machen nicht an der Haustür halt.


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