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Balkonhaltung


Auch auf dem Balkon oder einer Dachterrasse können Kaninchen artgerecht gehalten werden. Vorab gilt es jedoch zu bedenken, dass die Tiere hier - ebenso wie bei der Außenhaltung - vor Kälte, Wind, Nässe, Hitze und Fressfeinden geschützt werden müssen. Denn auch auf dem Balkon sind Kaninchen nicht immer vor allen Fressfeinden sicher. Wenn beim Balkon an der Hauswand eine Regenrinne entlang geht, haben Marder zum Beispiel ein leichtes Spiel hinaufzuklettern. Auch Greifvögel können auf einen offenen Balkon/eine Dachterrasse zugreifen. Unter Umständen können auch Katzen zur Gefahr werden. Gegen Greifvögel und Katzen kann schon die Anbringung eines Katzennetzes schützen. Jedoch schützt dies nicht vor Mardern!

Daher empfehlen wir auch auf dem Balkon/der Dachterrasse eine Sicherung mit geeignetem Draht. Ein geeigneter Draht ist rostfreier, punktgeschweißter, nicht ummantelter Volierendraht mit einer Stärke von mindestens 1,45 mm und einer Maschenweite von maximal 19 x 19 mm. Sogenannter Kaninchendraht ist nicht ausreichend!

Auch solltest du bedenken, dass Kaninchen bis zu einem 1 m (oftmals auch höher) gut überspringen können, so dass eine Balkonbrüstung meist zu niedrig für die Sprungfreude deiner Kaninchen ist. Schutzhütten, Häuser u.ä. bergen ebenfalls die Gefahr, dass die Kaninchen vom Dach aus über die Balkonbrüstung springen. Es empfiehlt sich daher, ein rundherum, auch nach oben, geschlossenes Gehege. Bedenkt hierbei, dass das Gehege für die Reinigung und Versorgung eurer Kaninchen auch für euch gut zugänglich sein sollte.


Schlitze, Ritzen und Spalten, durch die sich die Kaninchen gegebenenfalls hindurchzwängen können, sollten durch Gitter, Draht oder mit Brettern verschlossen werden.

Ebenfalls zu bedenken ist, die Größe und die Lage des Balkons. Wie bei der Außenhaltung, benötigen die Kaninchen mindestens 3 qm Platz pro Tier, durchgehend 24 Stunden am Tag. Für 2 Kaninchen sollte der Balkon daher mindestens 6 qm groß sein.

Gerade im Sommer ist die Gefahr eines tödlichen Hitzschlages groß. Für die Haltung nicht geeignet sind Balkone in Südlage, auf denen sich meist ab der Mittagszeit die Hitze staut und solche, die schlecht belüftet und/oder geschlossen sind. Gleiches gilt für die Haltung auf einer Dachterrasse.

Für die optimale Haltung auf dem Balkon oder der Dachterrasse gilt:

  • Windschutz
  • Kälteschutz in Form einer isolierten Schutzhütte und genügend Platz zum warmhoppeln (mind. 3 qm pro Kaninchen 24 Stunden)
  • Nässeschutz und Schutz vor ablaufendem Regenwasser
  • optimale Sicherung vor Fressfeinden (Marder, Greifvögel, Katzen)
  • optimale Sicherung gegen Überspringen der Balkonbrüstung und Verschließen aller gefährlichen Öffnungen
  • Hitze-/Sonnenschutz
  • als Bodenbelag eignet sich rutschfester PVC, bei stubenreinen Kaninchen auch Holz oder Beton. Abzuraten ist von Kunstrasen - dieser birgt die Gefahr, dass die Kaninchen sich „heiß“ laufen und wunde Läufe entstehen. Kleinere Baumwollteppiche bilden einen weichen Untergrund und können schnell gewaschen werden.


Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch der rechtliche Aspekte bei einer Mietwohnung. Grundsätzlich kann die „übliche Haltung“ auf dem Balkon nicht verboten werden (2 bis 3 Kaninchen, keine großen Gruppen). Voraussetzung hierfür ist, dass Nachbarn durch die Tierhaltung auf dem Balkon nicht eingeschränkt werden (z.B. Geruchsbelästigung, Lärmbelästigung, herabfallende Einstreu oder Futterreste). Der Vermieter oder die Hauseigentümergemeinschaft darf hinsichtlich des Gesamtbildes der Hausfassade Vorschriften aufstellen und deren Einhaltung durchsetzen. D.h., alles was z.B. über die Balkonbrüstung hinaus gebaut wird, nach außen sichtbar ist oder an die Hausfassade angebracht wird, ist genehmigungspflichtig. Auf der sicheren Seite seit ihr, wenn ihr dies vor Bau des Geheges mit dem Vermieter absprecht.

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