#1 Unser Newsletter für den März von Sylvia 01.04.2019 21:39

avatar

Hallo liebe Mitglieder
Es ist wieder soweit: unser Newsletter wartet darauf, von euch gelesen zu werden.
Wir wünschen euch viel Spaß

Liebe Grüße




Unser Newsletter für den März



Herzlich willkommen

Wir begrüßen alle lieben Kaninchenfreunde ganz herzlich, die unsere Gemeinschaft - im Forum genauso wie in unserer Facebook-Gruppe – seit dem letzten Monat mit ihren Beiträgen, Fragen und Anregungen bereichern.
Im Forum habt ihr in den Bereichen Möhrchenspender stellen sich vor und Fotos, Fotos, Fotos die Möglichkeit, euch und eure Lieben vorzustellen – wir freuen uns auf euch.
Herzlich begrüßen möchten wir auch alle Leser unseres Newsletters, die in der letzten Zeit dazugekommen sind.


Unser Team


Seit Februar ist die liebe Lotta bei uns an Bord, um euch bei euren Anliegen und Fragen tatkräftig zu unterstützen. Hier lernt ihr sie kennen:

Unser Interview mit Lotta vom Team Nord


Seit wann bist du Kaninchenmama?
Ich habe Kaninchen, seit ich 10 Jahre alt bin. Ich hatte sie aber so, wie es früher üblich war, Käfig, erstmal auch alleine und das übliche Futter, was es zu kaufen gab. Leider gab es damals nicht so viele Informationswege, wie heute.
Es gab Bücher, aber da wurde es so beschrieben, wie man es damals einfach machte.

Was fasziniert Dich an Kaninchen besonders?
Ich finde Kaninchen unheimlich niedlich. Das war der Reiz, den ich mit 10 Jahren hatte. Sie waren nicht zu klein, aber auch nicht zu groß. Alleine gehalten konnte man sogar super mit ihnen kuscheln und streicheln.
Heute finde ich deren Wesen einfach klasse. Gerade Kaninchen aus schlechten Verhältnissen wissen den Platz, den sie plötzlich haben, so zu schätzen. Es macht Spaß, ihnen beim Hakenschlagen zuzuschauen. Das könnte ich stundenlang machen. Oder beim Fressen zuhören. Herrlich entspannend.
[...]

Warum bist du im Tierschutz aktiv?
Ich möchte einfach aufklären über Kaninchen, die leider nicht genug Beachtung bekommen, von Tierärzten oft nicht wirklich entsprechend behandelt werden, weil es einfach zu wenig Stoff im Studium gibt, um sich wirklich auszukennen. Fortbildungen lohnen sich oftmals nicht. Daher ist es umso wichtiger, dass wir aufklären und helfen. Je mehr, desto mehr kann man erreichen.


Du sagst, es gäbe zu wenig Stoff im Studium und Fortbildungen würden sich nicht lohnen – wie wird es hier zukünftig aussehen? Mittlerweile sind doch immer mehr Kaninchenhalter bereit, eine umfangreiche Diagnostik und Therapie durchführen zu lassen. Da wäre es doch sinnvoll, wenn sich das auch im Studium niederschlagen würde.
Soweit ich weiß ist im Lehrplan des Studiums leider keine Änderung, so dass das Thema mehr analysiert und bearbeitet wird. Sinnvoll fände ich es wirklich, und das würde sicher in der Zukunft auch einigen Haltern enorm helfen, da sich in der Haltung der Kaninchen in den letzten Jahren einiges getan hat und auch immer mehr Leute bereit sind, Geld dafür auszugeben.
Leider sollten da die Tierärzte sich selber fortbilden, wenn sie auf dem Gebiet etwas machen wollen. Es gibt Gott sei Dank einige Fortbildungen und Interessierte Tierärzte, die dieses Angebot nutzen.


Die Glücklichen Kaninchen konnten dich ja im Februar als neues Teammitglied begrüßen: welche Wünsche und Vorstellungen hast du von der Tierschutzarbeit in einer Gemeinschaft?
Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit. Gemeinsam stark im Tierschutz. Das sollte alles sagen. Gemeinsam kann man mehr erreichen. Je mehr Aktive in Deutschland informieren, desto mehr können wir erreichen und umso mehr Anlaufstellen haben Kaninchenhalter. Jeder kennt Leute, die jemanden kennen. So kann man sich ein großes Netzwerk aufbauen. Es geht einfach viel besser als alleine.
Kleine Anmerkung: wir beraten ja auch im Ausland, wenn auch meist deutschsprachiges wie Österreich und Schweiz
[...]

Welche Aufgaben hast du schon kennengelernt?
Ich habe mir einen Grundeinblick verschafft in die verschiedenen Bereiche. Vermittlungsanzeigen, die wesentlich aufwändiger sind, als man denkt. einstellen, nachhaken, wenn offene Fragen sind. Aktualisierung, Abfrage per Mail, etc. Das gehört zu meinen Aufgaben in unserem Hasenflirt, in dem ich die Bereiche "Männchen" und "Kaninchen- Gruppen" übernommen habe und betreue.
Beratungen werden natürlich sehr groß geschrieben. Per Mail, via Facebook, telefonische Beratungen, Beratungen vor Ort. All das gehört zu den Aufgaben. Es gibt einen Newsletter, der geschrieben wird, die Homepage wird aktuell gehalten, überarbeitet und Informationen gesammelt und zur Verfügung gestellt für die Allgemeinheit. Alles in allem sind das eine sehr große und zeitintensive Aufgaben, die ehrenamtlich in der Freizeit erarbeitet werden. Vieles läuft auch im Hintergrund, was man von außen nicht mitbekommt. Es wird einiges auch aus dem Nichts heraus geplant. Wie beispielsweise Aktionen zu Ostern und Weihnachten, die dazu dienen, aufzuklären, dass Kaninchen keine Geschenke sind. Von der Idee bis zum Schluss ist es oft ein langer Weg. Das bekommen Außenstehende gar nicht mit, denn sie sehen „nur“ ein kleines Bild am Ende.


Du berätst ja auch viel in der Gruppe der Glücklichen Kaninchen auf Facebook. Wie schätzt du die Aufnahmebereitschaft dort ein, Ratschläge und Tipps anzunehmen und umzusetzen?
Auf Facebook gibt es verschiedene Gruppen. Einmal die Leute, die wirklich Hilfe suchen und sie auch wollen und umsetzen und leider auch die andere Gruppe, die da leider nicht so eingestellt sind. Man hat bei Facebook den Schutz der Anonymität, der wird manchmal sehr ausgenutzt. Aber generell ist Facebook eine gute Plattform, für so etwas, weil man einfach unheimlich viele Leute erreicht.[...]

Gab es schon einen Fall, der dich so an deine Grenzen brachte, dass du "alles hinschmeißen" wolltest?
Es gab vor ca 1,5 Jahren mal einen Fall, wo ich Monate beraten habe, mit Hausbesuchen, gemeinsamen Einkäufen und Tierarztbesuchen. Und jedes Mal konnte man wieder von vorne anfangen. Alles war innerhalb von Tagen vergessen.
Das ist sehr schlimm, und da stößt man an seine Grenzen und hat einfach keine Lust mehr, wenn man einfach keinen Optimismus mehr hat, dass sich etwas ändert. Manche Leute wollen einfach auch nicht, das muss man dann irgendwann einfach einsehen. Da stößt man dann manchmal an seine Grenzen.

Du kümmerst dich ja auch sehr oft um Notfälle: nicht nur Kaninchen, auch andere Kleintiere werden bei dir bestens versorgt und du warst auch schon einmal Pflegestelle.Welche Notfälle hast du schon aufgenommen? Woher kommen sie?
Da ich ja als Tierarzthelferin arbeite, bekommt man auf der Arbeit einiges mit. Häufig nehme ich dann Tiere mit nach Hause, die ich dort betreue, bis sie genesen sind. Päppeln, waschen etc. Alles, was die Halter oft nicht leisten wollen oder können.
Aber auch aus eBay Kleinanzeigen habe ich Tiere bereits aufgenommen und weitervermittelt.

Tierarzthelferin ist doch sicher für viele ein Traumberuf: wie sieht dein Alltag da aus?
Ich glaube, viele Mädchen möchten sehr gerne Tierärztin werden. Als Tierarzthelferin ist der Verdienst leider sehr gering und die Arbeitszeiten sind sehr schlecht. Wir haben bei uns 3x täglich Sprechstunde, dazwischen wird im Vormittagsbereich operiert und wir assistieren oder betreuen die Tiere. Mein Tag ist leider insgesamt sehr lang, so dass ich auf 12 Stunden an manchen Tagen komme. Ich denke auch, das ist ein Bereich, wo sich in Zukunft etwas tun sollte, da diese Ausbildung sonst immer weniger Interessenten haben wird.

Hast du einen Rat an die Patientenbesitzer, wie sie den Aufenthalt bzw. die Untersuchungen für ihre Lieben erleichtern können? Vielleicht durch bestimmte Vorbereitungen?
Alle Tiere gehen mit solchen Situationen anders um. Es ist immer individuell zu sehen. Es ist für viele Tiere allerdings schon einfacher, wenn etwas Gewohntes dabei ist. Gerade bei den Kleintieren der Partner, wenn das machbar ist. Leider wissen häufig Tiere, wie Hunde beispielsweise, schon im Auto, wohin es gleich geht. Denen die Angst dann zu nehmen ist leider fast unmöglich. Ich versuche immer, mit den Tieren zu sprechen und dadurch zu beruhigen. Das gelingt bei einigen ganz gut.

Was möchtest du außerdem noch sagen?
Ich möchte noch sagen, dass es so toll ist, dass es Organisationen wie die Glücklichen Kaninchen gibt, die sich einfach um solche Dinge kümmern und aufklären wollen.
Dies Möglichkeiten an Informationen zu kommen sind so groß, dass es ein Leichtes ist. Bitte nutzt diese auch und helft damit, euren Tieren ein schönes Leben zu schenken.


Vielen Dank, liebe Lotta


Das vollständige Interview könnt ihr hier nachlesen: Interviews mit unseren Aktiven



Unsere Flirts des Monats


Hier starten wir gleich mit einem absoluten Notfall.
Die kleine Maffy (7 J., kastriert) wird aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen und Krankheiten leider von ihren Kaninchenkumpels gemobbt. Die Familie geht diesen Schritt schweren Herzens, aber um Maffy vor Folgeschäden wie weiteren und schlimmeren e.c.- Schüben zu bewahren, wird ein neues Zuhause gesucht.
Maffy hat zahlreiche Baustellen (e.c., chronisches Schnupfen, Arthrose in den Vorderzehen, Zahnprobleme), ist aber dennoch eine sehr fröhliche und neugierige Kaninchendame, die gerne überall dabei ist, es liebt, mit anderen Kaninchen zu kuscheln und viel Lebensfreude ausstrahlt.
Sie wohnt in Bochum; das neue Zuhause sollte möglichst auch in Bochum oder der näheren Umgebung sein, da der Kleinen eine weite Fahrt nicht zugemutet werden sollte. Maffys neue Möhrchengeber müssen sehr erfahren, kompetent und zuverlässig sein, da sie intensive Betreuung und engmaschige tierärztliche Kontrollen braucht.
Näheres erfahrt ihr hier: Maffy aus Bochum
Kontakt: eska2203@posteo.de

Ebenfalls ans Herz legen möchten wir euch Brownie. Der kleine vierjährige Kaninchenmann lebt alleine in einem Käfig und hat dadurch schon einige "Unarten" wie Gitternagen entwickelt. Durch das Engagement einer lieben Helferin sind die Besitzer bereit, ein neues Zuhause für den eher ruhigen Brownie zu suchen.
Kontakt: amelie.rischmueller@icloud.com

Hummel und Fips sind zwei kleine Pechvögel, die eigentlich am letzten Wochenende aus ihrer Pflegestelle in jeweils neue Familien ziehen sollten. Leider haben sich die Leute dann aber nicht mehr gemeldet, so dass die beiden weiterhin suchen.
Hummel ist 2 Jahre alt und lebt z.Z. in Außenhaltung, würden sich aber auch über ein schönes Zimmergehege oder Kaninchenzimmer freuen - Hauptsache Platz und Kaninchenfreunde. Sie liebt Artgenossen, ist Menschen gegenüber aber noch mißtrauisch und vorsichtig.
Kontakt 0177-7887655 oder lisa.wadepuhl@gmx.de - gerne über Whats app oder email, da telefonisch manchmal schwer zu erreichen.


Fips ist 9 Monate alt und lebt z.Z. ebenfalls in Außenhaltung. Er ist noch nicht stubenrein, kann ansonsten aber auch in Innenhaltung in einem großen Zimmergehege oder Kaninchenzimmer seinen Wirkungskreis finden - Hauptsache Platz und ein oder mehrere Artgenossen.
Kontakt 0177-7887655 oder lisa.wadepuhl@gmx.de - gerne über Whats app oder email, da telefonisch manchmal schwer zu erreichen.

Hummel und Fips werden zwar getrennt vermittelt, können aber natürlich auch gerne gemeinsam bei lieben Möhrchengebern einziehen. In der Pflegestelle wartet auch noch Pezi, das Brüderchen von Fips, ein liebes Schlappöhrchen, auf ein neues Zuhause.





Unsere Termine


Nicht vergessen: am 6. April steht uns ein gemütlicher Abend bei unserem Stammtisch bevor.
Wir treffen uns ab 18 Uhr im Ristorante Linguini in Dortmund Aplerbeck.
Anmelden könnt ihr euch noch bis zum 3.4. per PN im Forum oder per Mail an team.west@glueckliche-kaninchen.org .


Unsere Aktionen



Im April erwarten uns wieder die Osterfeiertage. Groß und Klein begibt sich dann auf die Suche nach Osterkörbchen und deren Inhalt. Die Glücklichen Kaninchen wollen auch dieses Jahre darauf aufmerksam machen, dass keine Kaninchen im Osterkörbchen zu finden sein sollten.
Leider werden nach wie vor gerne junge Kaninchen aus Zoohandlungen als passendes Ostergeschenk von Eltern an ihre Kinder angesehen. Doch Kaninchen sind, wie alle anderen Haustiere auch, haltungsaufwendige Lebewesen, deren Anschaffung gut überlegt sein sollte. Oftmals werden die Tiere nach kurzer Zeit nicht mehr gewollt, der Niedlichkeitsfaktor ist schnell weg, wenn sie größer werden. An dieser Stelle wollen wir aufklären und darauf aufmerksam machen, dass lieber die schokoladigen oder plüschigen Kollegen der Kaninchen im Osterkörbchen landen sollten. Dazu senden unsere Hoppler stellvertretend für alle Kaninchen ihre Botschaft und freuen sich, wenn diese weiterverbreitet wird. Nur so können wir viele Menschen erreichen und unser Ziel für die Zukunft: keine Kaninchen als Ostergeschenke mehr.


Nach einem im Internet heiß diskutierten Beitrag des MDR über Kaninchenzucht und darauffolgenden Protesten vieler Kaninchenschützer kam am Sonntag, den 31.03.2019, ein Nachtrag. Der MDR stellt in seinem Artikel die Differenzen zwischen Kaninchenzüchtern und Kaninchenschützern dar. Dazu hat er unter anderem unsere Aktive Johanna Bonnekoh interviewt. Hier könnt ihr den Beitrag lesen: Kaninchenzüchter vs. Tierschützer - Zoff ums Kaninchenglück.


Unser Frühlings - Special


Natürlich begrüßen wir den Frühling auch dieses Jahr wieder mit einem Special. Das ist diesmal aber so prall gefüllt für euch mit Informationen, Tipps, Rezepten und Bildern, dass es als Sonderausgabe in euer Postfach flattert bzw. im Forum und auf Facebook erscheint.





Unser Interview mit …
Ralf Seeger


Die Glücklichen Kaninchen hatten die Ehre, ein telefonisches Interview mit dem bekannten Tierschützer Ralf Seeger zu führen.

Du bist ja schon seit vielen Jahren im Tierschutz aktiv und hast dann 2011 den Verein "Helden für Tiere e. V. – Tierhilfe International" gegründet. Außerdem bist du Vegetarier. Wie bist du seinerzeit zum Tierschutz gekommen?
Tierschutz mache ich schon seit bestimmt 40 Jahren. Schon als Kind, als Jugendlicher habe ich mich für Tiere eingesetzt, aber da hatte ich nicht so die Möglichkeiten. Danach war ich ja Box-, Ringer- und MMA-Profi (Anm.: MMA = Mixed Martial Arts, eine Mischung verschiedener Kampfsportarten) und habe dreimal am Tag trainiert, habe aber trotzdem da überall in den ganzen Ländern, wo ich gekämpft habe, den Tieren auch geholfen im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten, die ich hatte. Also Tierschutz war schon immer mein Steckenpferd, und seit ich damit aufgehört habe, investiere ich natürlich meine ganze Power, meine ganze Zeit, auch meinen Namen, den ich mir aufgebaut habe in den ganzen Jahren. Das bündel ich alles zusammen für den Tierschutz.

Was wäre deiner Meinung nach in Deutschland das Wichtigste, um Tierleid zu verringern oder gar nicht erst entstehen zu lassen?
Ich denke, das Wichtigste ist ein Politikum. Wenn wir das Gesetz verändern könnten, was ja vor ein paar Jahren schonmal beinahe passiert wäre. Da hat, glaub ich, die CDU und die CSU nicht mit vielen Stimmen, ich glaube das waren so drei oder fünf Stimmen, dafür gesorgt, dass es leider nicht umgeswitched wurde. Das heißt also eben, dass man hingeht und dieses Tierschutzgesetz so verändert, dass man sagt, das Tier ist keine Sache mehr, sondern ein Lebewesen. Wenn wir diesen Zustand hätten oder irgendwann mal erreichen, andere Länder wie Neuseeland leben uns das vor, wäre das natürlich fantastisch. Dann müsste man komplett das Individuum Tier völlig neu beleuchten, dann könnte die industrielle Massentierhaltung nicht mehr so laufen und vor allen Dingen hätte das Tier einen ganz anderen Stellenwert. Das würde dann nicht als Sache abgetan werden. Wenn irgendjemand seinen Hund totschlägt oder sowas, dann ist es nicht ´ne Sachbeschädigung, sondern dann können diese Menschen auch richtig hart, wie es auch richtig ist, vom Gesetz her bestraft werden. Und ich glaube, das ist das wichtigste hier zu erreichen: Eine Veränderung des Tierschutzgesetzes.

Man hat ja auch so keine Handhabe.
Wenig, ja. Vor allen Dingen auch die Bestrafungen für Tierquäler usw., die man normalerweise ganz anders drankriegen könnte. Die kriegen dann nur ein Ordnungsgeld, weil das Tier ist eben vom Gesetz her nur ´ne Sache. Und das ist das große Problem. Diesbezüglich würde sich viel verändern, wenn das Tier einfach zum Lebewesen erklärt werden würde, was es letztendlich auch ist. Es ist ja eigentlich ´ne schizophrene Aussage. Dieser Mensch, der das mal ins Leben gerufen hat, der dieses Gesetz mal entworfen hat, also meines Erachtens hat der einen an der Birne.

Die Arbeit im Tierschutz verlangt ja einiges ab. Wie sieht dein Tag im Normalfall aus? Du hast ja gesagt, du bist 18 Stunden am Tag beschäftigt?
Ja, das ist also ein langer, harter Tag, auch viel gespickt mit viel Elend, viel Leid was die Tiere betrifft, weil ich komme natürlich viel rum, ich helfe überall, ob monetär, ob mit physischer Kraft oder auch Politik. Was gerade eben notwendig ist, um den Tieren eine bessere Plattform zu geben und überhaupt erstmal eine Lobby. Und wenn ich irgendwo hinkomme, dann wirkt das auch schon, denn ich weiß, wie man mit Menschen umzugehen hat. Ich bin auch kein zimperlicher Mensch, und ich setze meine Interessen auch durch für die Tiere.

Viele Leute kennen dich durch die Vox-Formate „Helden für Tiere“, „Harte Hunde - Ralf Seeger greift ein“ und „Harte Hunde – Tierretter in Rumänien“. Wie wird man ein „Harter Hund“? Bewerben sich die Leute bei dir oder sprichst du einfach diejenigen an, die dir geeignet erscheinen?
Also bei mir gibt’s kein bewerben, bei mir wird sich auch nie mehr was verändern, es sei denn, ein Mensch stirbt, nur so scheidet er aus. Also wir sind ein Team von Freunden, Kameraden, die sich schon ewig kennen. Meistens alle durchs Boxen, MMA, Sport kennengelernt schon vor vielen Jahren oder im Sicherheitsbereich zusammengearbeitet. Wir wissen alle, was wir voneinander zu halten haben, und wir wissen auch zusammen, was wir für eine Leistung abrufen können, das kann ich mit anderen Menschen nicht. Die leben nicht die gleiche Intention, die leben auch nicht die gleiche Intensität wie wir. Wir sind wirklich ein Team, was (das oder was?)einmalig ist, und ich glaube, in dieser Konstellation wird es das auch nie mehr geben. Und dafür bin ich auch dankbar, dass wir das machen können, dass wir uns so zusammengefunden haben und eigentlich wie ein Mann dastehen und alles auch gemeinsam machen. Das macht uns letztendlich auch stark. Ich sagte ja auch schon, wenn man nicht eine absolute physische und Charakterstärke hat und auch bereit ist, viel Leid auf seinen Schultern zu tragen und viel auszuhalten, dann kann man das gar nicht machen.

Der Hilfsbedarf ist ja groß, gerade auch, was Tierheime und private Pflegestellen und Gnadenhöfe angeht - wie werden für die Sendungen die Fälle ausgesucht, in denen ihr helft? Kann man auch Vereine vorschlagen oder selbst um Hilfe bitten?
Das Problem ist, ich oder wir bekommen ja jeden Tag hunderte Anschriften, aber die Problematik ist, wir leben in ganz Deutschland aufgeteilt, wir haben jeder unsere Jobs. Ich bin Bodyguard, Sicherheitsunternehmer und Geldeintreiber, ich hab auch noch ein Inkasso-Unternehmen, betreibe Forderungsmanagement, ich muss ja auch irgendwo noch meine Brötchen verdienen wie meine Kameraden, meine Freunde auch. Das heißt also, wir können nur im Rahmen der Dreharbeiten was zusammen machen. Da knallen wir unseren ganzen Urlaub rein, legen den für das ganze Jahr fest und in diesem Zeitfenster kommen wir zusammen und arbeiten dann gemeinsam für die Tiere. Letztes Jahr haben wir 6 Riesenprojekte gestemmt. Diese Projekte werden aber nicht von uns herausgesucht, sondern eben vom Sender in Kooperation mit der Produktionsfirma, da haben wir wenig Einfluss drauf. Aber ich bin sehr froh, dass ich soweit gekommen bin, dass sich gerade der Fernsehsender VOX, die RTL-Group für Tiere so einsetzt mit uns zusammen, und Fressnapf auch. Wir haben Großartiges geschafft und das werden wir auch weiterhin machen. Aber im privaten Rahmen ist das überhaupt nicht machbar, da fehlt die Zeit. Ich habe Zuhause selber einen kleinen Gnadenhof, unterstützte hier auch noch viele andere kleine Tierschützer in der ganzen Region, im Umfeld von 200km, wo ich wohne. Mehr ist aber überhaupt nicht machbar. Und wenn wir so große Projekte stemmen, dann geht es eben nur über die Produktion mit VOX zusammen.

Also müsste man sich dann an die wenden, wenn man jemanden kennen würde?
Ja man müsste konkret, wenn man da, wie ich ja jeden Tag, Mail, Whatsapps oder SMS bekomme mit gleichem Inhalt, gleichem Tenor, da brauchen Menschen Hilfe oder Tiere letztendlich, dann kann man das nur über die RTL-, respektive VOX-Group machen, beziehungsweise auch über die Produktionsfirma. Aber nochmal davon abgesehen müsste jeder Tierschützer, so wie ich das auch mache, oder jeder Tierretter oder was auch immer, auch in der Lage sein, oftmals seine Probleme, soweit es geht, selber zu stemmen. Denn wenn man Tiere hat, trägt man Verantwortung. Da ist es letztendlich auch wichtig, dass man sich darüber im Klaren ist, was da auf einen zukommt und dann halt auch versucht, im Vorfeld schon eine gute Plattform aufzubauen. Auch mit anderen Menschen, die ähnlich denken, die einen dann auch unterstützen. Man kann nicht einfach sagen, ich rette jetzt Hunde, Katzen oder andere Tiere ohne Nachhaltigkeit. Sowas muss alles gut geplant werden, und dann muss es umgesetzt werden. Denn sonst kommt oft der Kollaps, und dann hat man eben das Problem, dass dieses Elend dann auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird. Und da muss man eben Vorschub leisten, das darf eben nicht passieren. Deswegen: Gut planen, gut organisieren und dann umsetzen.

Du hast gesagt, du hast selbst einen Gnadenhof Zuhause. Wie viele Tiere hast du denn und welche sind das?
Ja, im Kleinen. Ich hab Schweine und ich hab Hunde. Schweine finde ich ganz besondere Tiere. Man muss überlegen, was diese armen Wesen mitmachen müssen jeden Tag. Sie werden zu Hunderttausenden abgemetzelt. Geschlagen, gequält, gefoltert und dann halt getötet. Das ist einfach grauenvoll. Da versuche ich halt, ein bisschen was gut zu machen und mich auch einzusetzen für diese Tiere. Ich hab auch Freunde hier bei mir in der Region, die auch angefangen haben, Schweine aufzunehmen. Das machen die ganz wunderbar. Und so kann man halt Tieren auf großem Niveau helfen, gerade den Schweinen. Ob sie aus dem Labor kommen, aus dem Schlachthof kommen, irgendwo auch von einem Gnadenhof, in Anführungsstrichen „Gnadenhof“, wo sie es dann eben nicht gut hatten oder die Menschen irgendwann damit überfordert waren. Da leben sie halt gut und das finde ich eben wichtig, dass man den Tieren auch wirklich hilft. Konstruktive Hilfe sieht eben so aus, dass man sich dann auch Gedanken macht, wie bringt man die unter, dass man vernünftige Stallungen hat, dass man Ausläufe hat usw. Dass es halt eben gut geplant ist.

Ja, dass die Schweine dann auch für immer einen Platz haben, oder?
Genau.

Gibt es etwas, das du den Menschen mit auf den Weg geben möchtest?
Ja, es gibt vieles. Jeder, der mich kennt, weiß, ich bin ein Krieger und Kämpfer, immer in meinem Leben gewesen. Und ich glaube, wenn der Mensch mal anfängt, die Tiere einfach mal zu respektieren in ihrer Lebensform, seine Ernährung auf Dauer versucht mal umzustellen, nicht jeden Tag zum Frühstück schon Fleisch zu essen. Früher haben die Menschen einmal in der Woche Fleisch gegessen, und denen ging es sicherlich besser wie vielen heute. Und sie erkranken dann nicht so häufig an Krebs, denn ich glaube das steht auch in einer direkten Kausalität. Ich denke, der Mensch muss das Tier einfach akzeptieren, respektieren. Die industrielle Massentierhaltung muss abgeschafft werden, da kann auch jeder Mensch dran mittun, in dem er eben nicht mehr soviel Fleisch isst. Und halt auch die Tiere, die irgendwo in der Natur leben, die Lebensräume nicht weiter wegnehmen, nicht weiter bebauen. Das nächste Problem ist natürlich auch, wie die ganzen Katzen und Hunde… geht nicht zum Züchter hin, kauft euch da ein Tier für viel Geld, sondern geht in ein Tierheim, holt euch da ein Hündchen. Die haben es bitter nötig, dass die einen guten Platz kriegen. Und ich glaube, wenn das alles zusammen gemacht würde, ich glaube, dann würde das alles schon viel, viel besser funktionieren. Und dann kann jeder für sich auch ein besserer Mensch von seinem Karma her werden, wenn er halt einfach versucht, positive Energie zu erzeugen anstatt negative.

Lieber Ralf, nochmal vielen herzlichen Dank für deine Zeit und alles Gute für deine Projekte!






Unsere Bilderwahl


„Der Frühling ist unterwegs!“ lautete das Motto unserer Bilderwahl und viele Kaninchen haben schon fleißig Ausschau gehalten, wann er denn kommt.
Aber erst kommt mal die Gewinnerin

Herzlichen Glückwunsch, liebe Johanna, deine Ostermöhre hat das Rennen gemacht!




Let´s talk together


Vegetarische und vegane Ernährung sind ja augenblicklich voll im Trend und erleben einen Boom. Das haben auch einige große Herstellerfirmen von Fleischprodukten erkannt und bieten eine zunehmende Auswahl an vegetarischen/veganen Alternativen.
Wie gefällt euch das? Ist es ein Segen, dass auch diese Konzerne mitmachen oder eher ein Fluch für die übrigen Hersteller?
Wir sind sehr auf eure Meinungen gespannt; hier könnt ihr euch austauschen: Vegetarische/Vegane Produkte im Programm der Fleischhersteller - Segen oder Fluch?


Das war es schon wieder von uns für den März. Wir hoffen, wir konnten euch wieder informieren, erfreuen und gut unterhalten.

Frühling wird es weit und breit,
und die Häschen steh’n bereit.
Sie bringen zu der Osterfeier
viele bunt bemalte Eier.
unbekannter Verfasser


In diesem Sinne wünschen wir euch und euren Lieben eine gute Zeit und



Das Team der Glücklichen Kaninchen

Xobor Forum Software von Xobor